Pädagogik

Schwerpunkte der Waldorfpädagogik

"Das Kind in Ehrfurcht aufnehmen, in Liebe erziehen, in Freiheit entlassen."

Rudolf Steiner


Der Waldorfpädagogik liegen die geisteswissenschaftlichen Forschungsergebnisse Rudolf Steiners zugrunde.

Jeder Mensch wird als Individualität gesehen und geachtet. Der Mensch steht in Beziehung mit der ihn umgebenden Welt, die er sich im Laufe seines Lebens zu eigen macht. Aus dieser Haltung folgt die Anerkennung der einzigartigen Individualität jedes Heranwachsenden. Ziel der Pädagogik ist es daher in altersgemäßer, kindgerechter Form für die Kinder Voraussetzungen zu schaffen, die Umwelt zu ergreifen. Damit erhalten die Kinder die Grundlage, um das Leben selbständig und selbstverantwortlich in die Hand nehmen zu können.

 

In der Waldorfpädagogik sehen wir die Hauptaufgabe darin, den Kindern einen Ort zu geben, an dem sie die Ruhe, die Zeit und die fördernde Atmosphäre finden, die sie benötigen, um sich individuell zu entwickeln. Dazu stellen wir das Kind und sein Bedürfnis, die Welt zu ergreifen, in den Mittelpunkt.

 

Daher ist es uns ein großes Anliegen, für die Kinder einen Ort zu schaffen, an dem sie sich in sicheren, verlässlichen Beziehungen in ihrer individuellen Art und Zeit entfalten können. Auf dieser Basis sind vor allem grundlegende Bedingungen für die Entwicklung der Gesundheit wichtig:

 

-           Wahrnehmung und Wertschätzung der Persönlichkeit, unabhängig von erbrachter Leistung

-           Ernst nehmen von Entwicklungsprozessen, Vermeidung von Verfrühungen und Vereinseitigungen

-           Förderung eines altersgemäßen Lernens und Spielens

-           Tätige Erwachsene als nachahmbare Vorbilder

-           Sicherheit bietende Umgebung sowohl durch Harmonie und Struktur als auch durch Ordnung und Rhythmus

-           Abwechseln von Phasen der Tätigkeit und der Ruhe

-           Freude und Humor im Umgang mit den Kindern

-           Pflege des Körpers durch gesunde Ernährung, genügend Bewegung und Förderung aller Sinne

 


Erziehung ist Begegnung

Das Kind lernt in den ersten sieben Jahren überwiegend durch die Nachahmung und nicht durch Belehrung. Das heißt, Kinder im ersten Jahrsiebt lernen übers Tun, über die Sinneswahrnehmungen und den Körper. Frühkindliche Bildung ist Selbstbildung, die aus Erfahrungen in den eigenen Lebenszusammenhängen gewonnen wird. Um das kindliche Lern- und Bildungspotential zu stärken, müssen Kinder Erfahrungen auf der Grundlage eigener Wahrnehmungen machen dürfen und nicht auf Erfahrungen aus zweiter Hand angewiesen sein.

Ein weiterer wichtiger Inhalt der Bildung und Erziehung ist die Ausbildung der Sozialfähigkeit wie Respekt, Empathie, demokratisches Bewusstsein, moralische Urteilsfähigkeit, Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung, Freude an Initiative.

 

In den ersten sieben Jahren ist es in der Waldorfpädagogik wesentlich, dass die Kinder nicht spezifisches Wissen erlernen sollen, sondern Basiskompetenzen ausbilden, auf deren Grundlage später Wissen und Können aufbauen:

 

Spielen und Lernen sind in den ersten Lebensjahren identisch. Spielzeit ist Bildungszeit. Wir erkennen die Spielfähigkeit des Kindes als eine eigene Ausdrucksform an. Kinder sind nicht belehrbar, sie können nur selber lernen.

 

 

Die natürliche Umgebung, die frei von Funktionen ist, wirkt besonders anregend auf das Kind. Hier muss das Kind sein Spiel arrangieren und selbst für die Spielabläufe sorgen. Es macht die Erfahrung, selbst etwas bewirken und Einfluss nehmen zu können. Es geht um Zweckfreiheit, Dynamik und Wiederholung. Der Zweck liegt im Prozess, im Tun selber. Hier ist alles zu finden, was das Kind braucht: Freude, Interesse, Aufmerksamkeit, Eifer, Konzentration und Ausdauer. Das Ergebnis des Spiels ist nicht eine bloße Wissensanhäufung, sondern steht in unmittelbarem Bezug zum persönlichen Erleben.


Inklusion


Gemeinsam verschieden

 

Der Kindergarten ist für alle Kinder mit ihren individuellen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Beeinträchtigungen geöffnet. In der Verschiedenheit der Kinder und ihrer Familien erkennen wir eine Bereicherung und legen Wert auf ein tolerantes Zusammenleben. Kinder mit unterschiedlichsten Stärken und Schwächen bilden eine Gemeinschaft. Eine integrative Erziehung im Kindergarten verstärkt das gegenseitige Einfühlungsvermögen, fördert die Toleranz und weckt die Aufmerksamkeit füreinander. Die Kinder haben ein Recht darauf, ihre Entwicklung in individueller Weise zu vollziehen und so ihre persönlichen Möglichkeiten und Grenzen kennenzulernen und zu akzeptieren.

 

Inklusion bedeutet für uns nicht Anpassung der Kinder mit Beeinträchtigung und Förderbedarf, sondern wechselseitiges und gemeinsames Lernen voneinander und miteinander. Jeder Mensch braucht zu seiner gesunden Entwicklung Achtung vor seinem Wesen, seinem So-Sein, Interesse an seiner Entwicklung, Begleitung durch Erwachsene, die es annehmen und Hilfestellung bieten. Wir möchten diese differenzierte und anspruchsvolle sozialpädagogische Arbeit bei gemeinsamer Erziehung aller Kinder und mit Begleitung der Eltern leben.

 

Unsere zusätzlichen pädagogischen Angebote

  • Waldspaziergang
  • Bauernhofausflug
  • Feuerwehrbesuch
  • Verkehrserziehung
  • Zahnprophylaxe
  • Vorschulkinderausflug
  • Eurythmie
  • Puppenspiel
  • Gartenarbeit
  • Sprachförderung
  • Sommerfest
  • Adventsgärtlein
  • Weihnachtsspiel